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..hotelsuche...

 

 

 

    ....das Chelsea Hotel

 

http://31.media.tumblr.com/tumblr_m8r9m46kvH1qcvsq1o1_1280.jpg

 

    Ende einer Zuflucht

Künstler und Lebenskünstler fanden im Chelsea eine Bleibe. Jetzt wurde das legendäre New Yorker Hotel geschlossen.

von Karin Ceballos Betancur

      

 

      guestofaguest.com

1883 wurde das acht Ladenfronten breite Gebäude mit der dunkelroten Fassade und den schwarzen, schmiedeeisernen Balkonen als Wohnhaus für gut situierte Familien im New Yorker Stadtteil Chelsea gebaut. 1905 wurde es zum Hotel umfunktioniert und 1946 von drei Geschäftspartnern ungarischer Herkunft übernommen: David Bard, Joseph Gross und Julius Krauss. Jahrzehntelang blieb das Haus im Besitz ihrer drei Familien, bis vor wenigen Wochen.


»Das Schöne am Chelsea war«, sagt Timur am Telefon, »dass es die Menschen einfach sein ließ, egal, wie schräg sie drauf waren. Solange sie anderen nichts zuleide taten.«

 

Stanley Bard, der die Leitung 1957 von seinem Vater übernahm, hatte ein großes Herz für Künstler und Gestrandete. Seine Gäste ließ er mit Geld oder Bildern bezahlen oder mit Versprechungen auf ausstehende Honorare. Rechnungen, die offen geblieben sind, hat die Geschichte mit Ruhm beglichen: Die Namen der Gäste, denen Bard über die Jahre Unterschlupf gewährte, füllen heute Bücherregale und Plattenkisten, DVD-Sammlungen und Kunstkataloge.igetakickoutofyou.me

Arthur Miller lebte nach seiner Trennung von Marilyn Monroe sechs Jahre lang in Zimmer 711, Jack Karouac soll hier in nur drei Tagen den Roman On The Road geschrieben haben, Arthur C. Clarke das Drehbuch zu 2001 – A Space Odyssey und William Burroughs Naked Lunch. Bob Dylan verfasste den Song Sad Eyed Lady Of The Lowlands in Zimmer 211. Leonard Cohen sang in Chelsea Hotel No.2 über einen Blowjob auf seinem ungemachten Bett. pastemagazine.com

65 Jahre lang wurde im Chelsea Hotel gemalt, geschrieben und komponiert, gefeiert und geheult, gevögelt, gekokst und gesoffen. Einige bezahlten den Exzess mit ihrem Leben. »Das muss ein Rekord sein«, verkündete der Dichter Dylan Thomas, als er im November 1953 nach 18 Whiskeys in der White Horse Tavern die Rezeption erreichte. Dann brach er zusammen und starb wenige Tage später im Krankenhaus. In Zimmer 100 fand der Nachtportier am Morgen des 12. Oktober 1978 die Leiche von Sid Vicious’ Freundin Nancy Spungen im Badezimmer. Ob der Bassist der Sex Pistols sie selbst im Rausch erstochen hatte, wurde nie geklärt. Er starb kurz darauf an einer Überdosis Heroin. Die schmiedeeisernen Sonnenblumen im schwarzen Geländer des Treppenhauses waren das Letzte, was die ungezählten Selbstmörder sahen, die sich im Hotel zwölf Stockwerke tief in den Tod stürzten.chelseahotelblog.com

 

"Chelsea Hotel No. 2"
(originally by Leonard Cohen)

I remember you well in the Chelsea Hotel
You were talking so brave and so sweet
Giving me head on the unmade bed
While the limousines wait in the street
Those were the reasons and that was New York
We were running for the money and the flesh
And that was called love for the workers in song
Probably still is for those of them left

Ah, but you got away, didn't you babe
You just turned your back on the crowd
You got away, I never once heard you say
I need you, I don't need you
I need you, I don't need you
And all of that jiving around

I remember you well in the Chelsea Hotel
You were famous, your heart was a legend
You told me again you preferred handsome men
But for me you would make an exception
And clenching your fist for the ones like us
Who are oppressed by the figures of beauty
You fixed yourself, you said, "Well never mind,
We are ugly but we have the music."

And then you got away, yeah, didn't you babe
You just turned your back on the crowd
You got away, I never once heard you say
I need you, I don't need you
I need you, I don't need you
And all of that jiving around

I don't mean to suggest that I loved you the best
I can't keep track of each fallen robin
I remember you well in the Chelsea Hotel
That's all, I don't even think of you that often 

http://www.azlyrics.com/lyrics/lanadelrey/chelseahotelno2.html

 

 

Das Hotel wurde durch Andy Warhols Experimentalfilm The Chelsea Girls weltweit bekannt.

ebay.com.au

movieposters.2038.net

 

printsandneedles.blogspot.com

 screenslate.com

findadeath.com

smironne.free.fr

 

Der Roman Chelsea Horror Hotel von Dee Dee Ramone, bekannt geworden als Bassist der Us-Punk-Band Ramones, hat seinen Schauplatz größtenteils im Chelsea Hotel. Das Haus war nach Beendigung seiner Karriere mit der Band über längere Zeit auch Wohnort des Autors.

milena-verlag.at

 

Ramone, der selbst lange Zeit im Chelsea Hotel gelebt hat, ist nicht nur Autor des Buches, sondern auch dessen Hauptfigur. Ihm bleibt im Roman nichts erspart, weder die Geister von Sid Vicious und Nancy Spungen noch transsexuelle Junkies. Wahnsinnige aller Art und sogar der Teufel höchstpersönlich treten in diesem schrägen Roman auf... Ramones "Chelsea Horror Hotel" ist eine gekonnt witzige Mischung aus Splatter Roman und einer Hommage an das legendäre New Yorker Hotel, das als berühmtestes Künstlerhotel der Welt immer wieder Eingang in die verschiedensten Kunstgenres gefunden hat, mit diesem Roman letztlich auch in die Horrorliteratur

http://www.amazon.de/Chelsea-Horror-Hotel-Dee-Ramone/dp/3852862248

rebuy.de

Dee Dee Ramone, eigentlich Douglas Glenn Colvin, war 1974 Gründungsmitglied und seither Sänger, Bassist und Komponist der New Yorker Punkband Ramones. Seit seinem Ausscheiden aus der Band 1989 arbeitete er als Solomusiker, Schriftsteller und Maler. Er hat selbst längere Zeit im Chelsea Hotel in New York gelebt. Am 5. Juni 2002 starb er mit 50 Jahren an einer Überdosis Heroin.

von Dee Dee Ramon

König Alkohol

Mike ist achtundsechzig. Er ist ein Penner, ein Säufer. Total unzuverlässig. An einem Bein hat er einen total verdreckten Gips, den man ihm schon vor Monaten hätte abnehmen müssen. Er ist so versifft, weil er obdachlos ist. Außerdem hat er mir mal erzählt, er hätte 20 Jahre in einer New Yorker Vollzugsanstalt verbracht. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, saß er auf einer Holzbank vor »La Nouvelle Justine« – einem S&M-Restaurant für Homos und Heteros – in der Nähe der U-Bahnstation Seventh Avenue/23rd Street.

Obwohl er ein verwahrloster Obdachloser ist mit allem Drum und Dran und so, war er supergut gelaunt. Vielleicht weil er betrunken war.

Zu jedem vorbeilatschenden Fußgänger fiel ihm ein netter Spruch ein, aber niemand hat ihn sonderlich beachtet, weil er dabei nicht die Hand aufhielt. Trotzdem fand ich es komisch, dass die Leute von »La Nouvelle Justine« es zu­ließen, als er da vor ihrem Etablissement auf der Bank saß. Machten sie aber. Er war voll bis unters Schädeldach. Das Leben auf der Straße und das jahrelange Saufen hatten ihn reichlich mitgenommen. Er war ganz schön hinüber. Abgewrackt. Ihm gefiel mein Hund, Banfield. Banfield ist ein Airedale Terrier, und er zieht immer alle Blicke auf sich. Er hat ein gewinnendes Lächeln, und alle Welt liebt ihn.

Ich hatte gehofft, Banfield würde pissen, aber er war nur am Dumm-Rumblödeln, bis Mike ihn zu sich rief. Irgendwie zog mich Banfield an der Leine hinterher, dann legte er sich auf den Bürgersteig und machte es sich bequem. Ohne großen Aufwand hatte Mike uns um den Finger gewickelt, und das gefiel ihm endlos gut. Als Nächstes versuchte er sich daran, uns in ein Gespräch zu verwickeln: »Hey, wie heißt’n du? Seit wann biss du draußen? Das iss ein süßer, ein süßer Hund, den du da hast.«

»Yeah, er heißt Banfield.«

»Oh.«

»Ja, sag mal, mit dir redet keiner, was?« sagte ich zu ihm. »Schon heftig, eh? Wenn man keinen hat, mit dem man mal quatschen kann?«

Irgendwie verwandelte sich Mikes Gesichtsausdruck daraufhin; so ins abgedreht Verwirrte, würde ich sagen. Ich war ihm eindeutig zu viel. Ich weiß ja, dass ich nicht mehr ganz normal bin. Manchmal geht das Leuten erstmal gegen den Strich, aber Mike stellte sich schnell darauf ein, und schon hatten wir viel Spaß.

So richtig typisch New York ist das nicht gerade, dachte ich mir: mit einem wildfremden Typen mitten auf der Straße rumquasseln. Okay, ich bin ein herzensguter Kerl, mein Herz ist riesig und so weiter, aber solche Situationen wie diese hier mit Mike entwickeln sich meistens sehr schnell von nicht-so-richtig-pralle zu reichlich-ungeil. Mir ist klar, was es bedeutet, obdachlos zu sein und überall abgewiesen zu werden, aber ich war mittlerweile clean, außerdem hatte ich gerade gebadet und war nicht gerade scharf darauf, mir jetzt bei ihm einen Sack Flöhe einzufangen. Eher uncool fand ich es auch, als Mike völlig ohne Vorwarnung von der Bank irgendwie aufgesprungen und mir in die Arme gefallen ist. Für eine Umarmung. In dem Moment konnte ich ihn unmöglich loslassen, denn mit seinem kaputten Bein wäre er umgefallen, wenn ich ihn nicht gestützt hätte. Weil er sofort die Balance verloren hätte. Hinzu kam, dass er tierisch stoned war. Sternhagelvoll und stoned: zu auf allen Kanälen.

»Dee Dee, du bist ein guter Mensch. Der Herr segne und behüte dich.«

Das kam, wie wenn einem der Wind ein mit Pisse getränktes Tempo ins Gesicht klatscht. ­Irgendwie gelang es mir, alles wieder in den Griff zu kriegen. Dann habe ich Mike ein paar Dollars gegeben, auf Pump. Dass er sich davon Bier kaufen würde, war mir klar. Schon okay.

Ein bisschen hoffte ich, er würde sich vielleicht einen Karton Hühnersuppe kaufen oder sowas. Ich meine, Mike sah übel aus, wirklich krank. Von dem ganzen Alk war sein Gesicht rot und aufgedunsen. Seine Augen waren verschwollen und eiterten. Überall an ihm klebte alte, inzwischen getrocknete Kotze, und der Gips an seinem kaputten Bein war schon ganz gelb, weil er so vollgepisst war.

Später, als ich am selben Abend wieder in meinem Zimmer war, musste ich noch einmal an ihn denken. Ich machte mir Sorgen um ihn. Es war zwar August, aber die Nacht war kühl, es würde kalt werden da draußen. Meine Frau Barbara, die Latino-Sexbombe, lag neben mir im Bett – nackt bis auf den Schlüpfer. Keine Ahnung, warum die Weiber den immer wieder anziehen. Na ja, egal. Alles war still.

Gott sei Dank haben wir ein Zuhause, dachte ich mir, während Banfield es sich vor dem Fern­seher bequem machte.

Mike sah ich danach praktisch jeden Tag, immer irgendwo in der näheren Umgebung. Er bemühte sich, niemandem auf den Wecker zu fallen, sprich: nur so seinen eigenen Scheiß zu machen und fertig. Weil er aber so mitgenommen aussah, hat ihn die Polizei immer wieder weggejagt.

Das hat ihm einiges abverlangt: dauernd aufzustehen und weiterzuziehen. Aber er hat mit den Cops nicht groß rumgezankt. Er hat dann einfach seine Sachen zusammengekramt, meistens von seinem Stammplatz auf dem Bürgersteig in der 23rd Street, und dann ist er eben ans andere Ende der Straße geschlappt. Worauf ich hinauswill: Nichts an ihm war gewalttätig, was ja in New York City eine sehr gute Verteidigung sein kann. Ich bin mir allerdings sicher, dass Mike zu seinen besten Zeiten die härtesten Dinger abgezogen hat, ich würde sogar wetten, dass der Sachen gedreht hat, die wirklich nicht ohne waren. Einmal habe ich ihn gesehen, abends, gegen sieben. Regen lag in der Luft. Feierabend, alle auf dem Heimweg oder schon zu Hause. In der Stadt wurde es still. Alle Welt zu Hause, beim Abendessen um diese Uhrzeit, danach Fernsehen.

»Mike, wo machstn hin?«

»Ich geh runter zur U-Bahn, paar Runden Schlaf abdrehen, quasi unter Tage, bei dem Regen.«

»Kommst du klar?« fragte ich ihn.

»Oh yeah«, meinte er. »Ich komm schon klar.«

»Okay, man sieht sich. Komm, Banfield«, drängte ich dann meinen Hund, damit er seinen Arsch Richtung Zuhause bewegen statt dauernd die Schnauze in die Löcher der ganzen aufgeplatzten Müllsäcke stecken würde. Die ganze 23rd Street rauf und runter stapelten sich die Müllsäcke. Bis acht wollte ich daheim sein. Das habe ich mir für jeden Tag vorgenommen. Acht Uhr. Dann Fernsehen.

Später in der Nacht kommen die ganzen an­deren Penner aus ihren Löchern, die kommen da rausgekrochen und durchsuchen die Müllsäcke nach Flaschen und Dosen. Die ganze Nacht dröhnt und klappert das Rumgemache unten in der Straße vor meinem Fenster. Wenn ich dann morgens Banfield Gassi führe, ist die ganze Straße ein einziger Saustall. Und das stinkt! Überall Glasscherben und übers Trottoir verkleckertes Öl. Jeden Tag machen sie das sauber – die Leute aus den Läden und die von der Müllabfuhr. Ich weiß nicht warum, aber um sechs Uhr morgens hängen da jede Menge Penner rum – einige noch mit ganz schwerer Schlagseite – und amüsieren sich, anscheinend total happy mit sich und der Welt. Am westlichen Ende von 24th Street, also bei Seventh Avenue, vor »Caesar’s Deli« trinken die Penner Kaffee und essen dazu Doughnuts. Ich nehme an, das sind die, die die ganze Nacht Dosen und Flaschen gesammelt und dann gegen Pfand eingetauscht haben. Und nun feiern sie nach einer Nacht der harten Maloche.

         den ganzen text: http://jungle-world.com/artikel/2012/21/45532.html

 

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21.11.13 19:02
 



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